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26.10.2014

Stromnetzbetreiber Enervie kündigt erhöhte Netzentgelte an

Stadt und Stadtwerke Iserlohn prüfen umgehend alle rechtlichen Schritte, um gegen einseitige Belastung heimischer Stromkunden vorzugehen

Iserlohn. In einem aktuellen Schreiben an seine Netzkunden kündigt der Stromnetzbetreiber EnervieAssetNetwork (EAN) aus Hagen erheblich steigende Entgelte für das EAN-Netz zum 1. Januar 2015 an. EAN speist auch in das Iserlohner Stromnetz ein.

„Als Grund für diese Kostensteigerung wird uns das Abschaltverbot und somit der zwangsweise Einsatz von Kraftwerken des Versorgers in Hagen genannt. Dieser Einsatz sei notwendig, um Engpässe im Übertragungsnetz der Amprion GmbH auszugleichen. Nur auf diese Weise sei die Versorgungssicherheit aller Netzkunden gewährleistet", ist den Presseberichten der Bundesnetzagentur und der Enervie Gruppe zu entnehmen.

Unabhängig vom Stromlieferanten sind alle Verbraucher in Iserlohn betroffen. Eine jährliche Mehrbelastung von circa 30 Euro für den privaten Durchschnittshaushalt ist damit wahrscheinlich. „Da hilft auch die von der Bundesregierung laut gelobte Reduzierung der EEG-Umlage nicht mehr. Sie würde den zitierten Durchschnittshaushalt auf das Jahr gerechnet um nur sage und schreibe 2 Euro entlasten", rechnet Bürgermeister Dr. Peter-Paul Ahrens vor.

Angeblich führt eine so genannte Inselnetzsituation dazu, dass die Kraftwerke weiterlaufen müssen. Andernfalls sei keine sichere Stromversorgung gewährleistet. „Das ist aber kein Grund, die Kosten auf die Endverbraucher abzuwälzen. Unseren Kunden faire Strompreise zu bieten, hat für uns höchste Priorität", sagt Dr. Klaus Weimer, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn. Der Heimatversorger und die Stadt werden jetzt alle rechtlichen Schritte prüfen, um gegen die Entscheidung vorzugehen.

Bürgermeister Dr. Ahrens gibt zu bedenken, dass die erhöhten Stromkosten insbesondere für die Industriekunden in der Region erheblich sein werden - ein eklatanter Standort- und damit Wettbewerbsnachteil für die in der Waldstadt beheimateten Unternehmen und darüber hinaus. „Warum sollen hier in Südwestfalen andere Regelungen gelten als in der übrigen Republik? Was ermutigt die Bundesnetzagentur, einen so erheblichen Wettbewerbsnachteil für diese Region auszusprechen?" fragt sich nicht nur der Bürgermeister von Iserlohn. Auch seine Kollegen aus Schwerte, Hemer und Nachrodt-Wiblingwerde sind fassungslos über diese Ungerechtigkeit.

„Das können wir so nicht stehen lassen", sind sich die Beteiligten der umliegenden Städte und Stadtwerke einig. Sie sehen sich gemeinsam an der Seite der Bürger: „Wir werden umgehend alle rechtlichen Schritte prüfen, um gegen diese einseitige Belastung vorzugehen", so Dr. Klaus Weimer. „Auch wenn wir jetzt dazu angehalten werden, alle Netzkunden mit dieser Erhöhung zu belasten."

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